27.09.2016

Interview mit dem geschäftsführenden Gesellschafter der DIRINGER&SCHEIDEL Unternehmensgruppe

Nach vier Jahren Bauzeit wird am Donnerstag [29.09.2016] das Stadtquartier Q 6 Q 7 eröffnet. Damit findet eine Projekt-Entwicklung ihren baulichen Abschluss, die vor über zehn Jahren begonnen hat. Heinz Scheidel, geschäftsführender Gesellschafter des Bauherrn, der DIRINGER&SCHEIDEL Unternehmensgruppe, blickt auf eine bewegte, emotionale, hochinteressante und unterm Strich gute Zeit zurück.

Das Stadtquartier Q 6 Q 7 wird am 29. September eröffnet. Wie fühlen Sie sich?
Scheidel: „Ich bin sehr froh, dass wir die Mall, sowie die Gastronomie- und Wellnessbereiche im Stadtquartier Q 6 Q 7 wie von Bauseite geplant an diesem Tag übergeben werden. Gerade in den letzten Tagen und Wochen hat doch die Aufregung deutlich zugenommen, manchmal war es auch fast ein Kampf. Nicht immer war überall im Gebäude zu erkennen, dass alles rechtzeitig fertig werden wird. Einige Mitarbeiter haben ihren Arbeitsplatz in den letzten zwei Monaten sogar von der Zentrale direkt ans Stadtquartier verlegt. Das ist aber bei einem solchen Bauvorhaben ganz normal, erst recht bei einem solch großen Objekt wie Q 6 Q 7, das ja auch sehr komplex ist.
Während in den dreieinhalb Jahren seit dem Aushub der Baugrube alles mehr oder weniger komplett in unserer Hand lag, waren in den letzten Wochen natürlich wesentlich mehr Fremdfirmen aktiv, etwa beim Ausbau der Läden. Dazu kamen zahlreiche Sicherheitstests und die behördlichen Abnahmen. Das sorgte natürlich für etwas mehr Hektik. über die Sommerzeit haben viele verantwortliche Mitarbeiter ein paar Tage weniger Urlaub gemacht als sonst, ich natürlich auch.“

Das Stadtquartier wurde über zehn Jahre entwickelt. Aber Sie hatten ja schon länger die Idee, in der Fressgasse aktiv zu werden.
„Schon Anfang der 90er Jahre habe ich mich mit Objekten im Quadrat Q 7 befasst. Da gab es beispielsweise den Fahrzeugbau-Betrieb Epple, der geschlossen werden sollte. Auch für das Grundstück, auf dem der BAUHAUS-Fachmarkt betrieben wurde, hatte ich mich schon früh interessiert. Wir hatten sogar schon Dieter Blocher als Architekten miteinbezogen. Aber eine Realisierung war damals in den 90er Jahren nicht möglich. Fachleute machten mir klar, dass das Bestandsareal in Q 7 alleine zu klein war, um die gewünschte Magnetwirkung zu entfalten und Kunden von den Planken in die Fressgasse zu ziehen. Als dann aber im Herbst 2006 klar wurde, dass die Stadt Mannheim als Eigentümer das Grundstück Q 6 angehen will, zeichnete sich ab, dass man durch diese Zusammenlegung von Q 6 und den Einzelgrundstücken in Q 7 ein ausreichend großes und damit erfolgreiches Objekt realisieren kann.“

DIRINGER&SCHEIDEL ist nicht nur Projektentwickler und Bauherr des Stadtquartiers, sondern betreibt es in Zukunft auch. Wie kam man zu dieser Entscheidung?
„Einzelhandelskompetenz war am Anfang dieser Projektentwicklung in unserem Unternehmen nicht vorhanden. Deshalb hatten wir uns mit Richard Engelhorn zusammengeschlossen, um das Stadtquartier Q 6 Q 7 gemeinsam zu konzipieren und anzuschieben. Mit ihm und Dieter Blocher konnte ich den damaligen Oberbürgermeister Gerhard Widder und die Stadtspitze für die Idee eines multifunktionalen Stadtquartiers gewinnen. Über die Jahre haben wir uns dann natürlich auch selbst viel Wissen angeeignet. Mit Hendrik Hoffmann, dem Geschäftsführer unserer CRM – Center- und Retail-Management GmbH, die das Stadtquartier betreiben wird, haben wir schließlich einen ausgewiesenen Fachmann gefunden, sodass wir den Erfolg von Q 6 Q 7 zukünftig auch in anderen Städten wiederholen können und wollen.“

Das Stadtquartier Q 6 Q 7 wird sich sicherlich sehr schnell mit seinem Shopping-Angebot einen Namen machen. Für Geschäftsreisende und Touristen wird das Radisson Blu Hotel als einziges internationales Hotel in den Quadraten zum neuen Fixstern in Mannheim. Welche weiteren herausragenden Eigenschaften sehen Sie in Q 6 Q 7?
„Das Parkangebot in der Tiefgarage ist eine Bereicherung für die Innenstadt. Zum einen ist die Größe mit 1.376 Stellplätzen attraktiv, zum anderen die Möglichkeit, gleich bei Einfahrt in die Fressgasse direkt in die Tiefgarage abtauchen zu können, das ist ein außerordentlich großes Plus. Diese Eigenschaften werden dazu führen, dass die Q 6 Q 7-Tiefgarage wie ein Staubsauger den Pkw-Verkehr aufnehmen wird.
Ich bin darüber hinaus davon überzeugt, dass das Gastronomie-Angebot in Q 6 Q 7 eine enorme Anziehungskraft haben wird. Nirgendwo in Mannheim gibt es ein vielseitigeres Angebot auf so ausgezeichnetem Niveau an einem Ort – von ‚Oh Julia‘ über ‚DIE KüCHE‘ bis zu ‚Fontanella‘ und die ,Die Kuh die lacht‘. Der Münzplatz als zentrale Freifläche inmitten von Q 6 Q 7 und nur wenige Meter von den Planken entfernt, wird sein eigenes Flair, seinen eigenen Charakter entwickeln und so sein übriges dazu tun.“

Wie haben Sie es geschafft, solch ein überzeugendes Gastro-Angebot zusammen zu stellen?
„Wir waren bei der Auswahl der Pächter sehr wählerisch. Uns war wichtig zu vermeiden, dass sich im Quartier Gastronomie-Angebote ansiedeln, die ein bestimmtes Qualitätsniveau nicht halten können. Ebenso haben wir darauf geachtet, dass die Gefahr eines zu häufigen Pächterwechsels möglichst gering ist.
Das gilt mit Abstrichen übrigens auch für unsere Einzelhandelspartner. Auch hier war uns wichtig, unser eigenes Konzept zu realisieren und das Versprechen, das wir unserer Heimatstadt gegeben haben – also eine offene Einkaufsmall von Mannheimern für Mannheimer zu realisieren – einzulösen. Deshalb werden wir das Stadtquartier mit unserer eigenen Tochterfirma CRM selbst betreiben. Auch bei der Wahl der Handelspartner haben wir unsere Ziele klar fokussiert. Es ging uns nicht darum, ausschließlich Premium-Marken im Angebot zu haben, aber gehobener Einzelhandel und innovative Konzepte sollten es schon sein.“

Wenn Sie jetzt nach zehn Jahren auf die Anfänge im Jahr 2006 zurück blicken: Wo ist das Stadtquartier heute anders, als Sie es seinerzeit konzipiert haben?
„Q 6 Q 7 ist vor allem deutlich größer geworden. Uns wurde ja erst recht spät das Grundstück der heutigen ,Kleinen Fressgasse‘ angeboten. Aber wir hatten ursprünglich auch nicht vor, so sehr in die Tiefe zu gehen. Anfangs war ein Untergeschoss weniger geplant. Kurzum: 2006 hätte ich niemals geglaubt, dass wir zehn Jahre später eine Immobilie von solchen Dimensionen eröffnen. Das führte allerdings in den ersten Jahren auch zu neuen, ganz besonderen Herausforderungen, etwa bei der Finanzierung, die ja voll in die Immobilienkrise gefallen ist. Es war ein wirklich schwieriges Unterfangen. Die Banken sagten uns, dass Objekte mit einem Investitionsvolumen von mehr als 80 Millionen Euro nicht finanzierbar seien. Beim Stadtquartier Q 6 Q 7 sprechen wir vom Vierfachen dieses Volumens. Andere überwundene Hindernisse wie Verzögerungen in den Verhandlungen mit Mietern wie BAUHAUS haben sich für uns letztlich zum Positiven entwickelt, sodass wir mit der Realisierung von Q 6 Q 7 wieder in eine bessere Situation auf dem Immobilienmarkt gekommen sind.“

Mit dem Stadtquartier Q 6 Q 7 hat sich die DIRINGER&SCHEIDEL Unternehmensgruppe in vielerlei Hinsicht in neue Dimensionen vorgewagt. War der finanzielle Aspekt der, der die meisten schlaflosen Nächte bereitet hat?
„Nein, schlaflose Nächte hatte ich deswegen nie. Vor allem, weil ich mich zu jedem Zeitpunkt auf unsere tolle Mannschaft verlassen konnte, die auch Herausforderungen wie die Finanzierung gemeistert hat. Das war in der Tat eine neue Dimension für uns. Erstmals haben wir zur Eigenkapitalbildung Private-Equity-Partner eingebunden. Neuland haben wir aber auch bei der Komplexität der Mischnutzung betreten. In den Jahren davor hatten wir uns ja vielfältige Expertise in der Entwicklung und Realisierung von gemischt genutzten Immobilien erarbeitet, mit Gesundheits- und Fitnesszentren, Wohnungen, Büros und Hotels. Aber noch nie wurden all diese Aspekte in einem einzigen Objekt vereint.“

Auch die lange Bauzeit von Q 6 Q 7 – immerhin vier Jahre – war für DIRINGER&SCHEIDEL ein Novum. War das ein Vorteil oder ein Nachteil?
„Ich meine, dass es ein Vorteil war, denn das gab uns die Chance zu Verbesserungen. Warum sind denn historische Gebäude meist so schön? Weil man in Gebäude, die jahrzehntelang gebaut werden, immer wieder eingreifen kann. Zum Teil werden ja sogar Stilepochen vermischt. Das trifft auf Q 6 Q 7 natürlich nicht zu, aber auch wir konnten an wichtigen Stellen nachjustieren. Die Verbindungsbrücke etwa sollte viel einfacher werden. Heute sieht sie richtig toll aus, ist ein Eye Catcher und sicherlich eines der wesentlichen Wiedererkennungsmerkmale des Stadtquartiers. Auch die Fassade sah in den ersten Planungen noch anders aus. Die Auswahl des Fassaden-Materials etwa hat sich durch Konstruktion, Statik und Qualitätsanspruch entwickelt. Geht man ein solch großes Projekt an, hat man anfangs eine Grundidee, aber die Details entwickeln sich. Der Lernprozess hat uns geholfen, letztlich das Richtige zu tun.“

Sie sind jetzt 69. Gehen Sie jetzt in Rente? War Q 6 Q 7 Ihr Lebenswerk?
„Mein Lebenswerk ist Q 6 Q 7 nicht. Wenn überhaupt, dann ist es das gelungene Werk von vielen. Bei der Realisierung von Q 6 Q 7 hat uns Mannheim toll zur Seite gestanden, angefangen bei Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz und Bau-Dezernent Lothar Quast bis hin zu den städtischen Mitarbeitern wie etwa Fachbereichsleiter Josef Krah. Für viele Fragestellungen konnten wir nur gemeinsam optimale Lösungen finden. Das beste Beispiel ist wohl der öffentliche Münzplatz, für den wir einen städtebaulichen Vertrag geschlossen haben. Insbesondere zählen aber auch das Architektenteam von Blocher Blocher Partners und unsere Partner am Bau dazu – und eben auch eine hervorragende Führungsmannschaft aus der eigenen Familie und zahlreichen Führungskräften unserer Unternehmensgruppe. Da sind tolle Leute dabei, die zum Teil schon vor vielen Jahren zu uns gekommen sind, die Entwicklungen mitgemacht haben und so mit uns gewachsen sind. Ich bin also stolz auf dieses Projekt, aber viel mehr noch auf unsere gesamte Mannschaft. Auch wenn man wie ich Begeisterung und Leidenschaft für das, was wir tun, gerne vorlebt, kommt es letztlich auf den Beitrag eines jeden Einzelnen an. Im Prozess haben sich zudem einige Mitarbeiter für größere Aufgaben empfohlen. Mit dem, was dieses Projekt hervorgebracht hat, könnte ich zufriedener nicht sein.
Diese Erfahrung wollen wir natürlich jetzt auch bei Projekten in anderen Städten einbringen. Insofern kann von Rente bei mir noch lange keine Rede sein. Jetzt geht es darum, das, was wir uns an Expertise bei Q 6 Q 7 angeeignet haben, auf andere, gemischt-genutzte innerstädtische Projektentwicklungen zu übertragen. In Baden-Württemberg, aber auch in Hessen, Bayern und Rheinland-Pfalz. Wir sind also auf der Suche nach weiteren Standorten mit ähnlichen Möglichkeiten für eine Projektentwicklung.“


Info Q 6 Q 7 & „Kleine Fressgasse“

- Mit dem „Grand Opening“ am 29. September 2016 um 10.00 Uhr eröffnen die Einzelhandels- und Gastronomieflächen sowie der Fitness First Platinum Swim Club im Stadtquartier Q 6 Q 7. Die Tiefgarage öffnet um 9.00 Uhr.
- „Midnight Shopping“: Am Freitag, 30.09.2016 sind die Ladengeschäfte in Q 6 Q 7 und der „Kleinen Fressgasse“ bis Mitternacht geöffnet.
- Zum Verkaufsoffenen Sonntag laden das Stadtquartier Q 6 Q 7 und die benachbarte "Kleine Fressgasse" am 02.10.2016 von 13 bis 18 Uhr.
- Das Radisson Blu Hotel, Mannheim nimmt am 17. Oktober 2016 seinen regulären Betrieb auf.
- Mietwohnungen, Büros und Praxen werden sukzessive entsprechend der Einzugstermine in den kommenden Wochen bezugsfertig.

DIRINGER&SCHEIDEL (www.dus.de) hat in Mannheim in den Quadraten Q 6 und Q 7 in vierjähriger Bauzeit ein Stadtquartier errichtet, das einzigartige Shopping-Erlebnisse mit komfortablem Wohnen (78 Wohneinheiten), Arbeiten, Gesundheit und einem Fitness First Platinum Swim Club sowie dem Radisson Blu Hotel, Mannheim – mit 229 Zimmern inkl. 13 Long Stay Appartements mit Kitchenetten, sechs Juniorsuiten, drei Suiten und einer Präsidentensuite – verbindet. Von der Bruttogeschossfläche von 117.181 Quadratmetern entfallen auf den Einzelhandel (einschließlich Gastronomie) 18.634 Quadratmeter gewerbliche Mietfläche. Hinzu kommen rund 4.120m² Fitness- und Wellnessfläche sowie Arztpraxen auf ca. 2.776 Quadratmetern.

Gleichzeitig hat DIRINGER&SCHEIDEL das Nachbargebäude „Kleine Fressgasse“ errichtet, auf dessen Bruttogeschossfläche von 37.969 Quadratmetern für den Einzelhandel 8.553 Quadratmeter gewerbliche Mietfläche entfallen. Dazu kommen 5.226 Quadratmeter Büromietfläche und 7 moderne Mietwohnungen.

In der dreigeschossigen Tiefgarage unter beiden Gebäudekomplexen entstanden 1.376 Stellplätze. Es sind mehr als 1.000 Arbeitsplätze entstanden. Projektpartner für Architektur und Design war Blocher Blocher Partners, Mannheim (www.blocherblocher.com).

Mehr Informationen im Internet unter www.q6q7.de.


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